Substanzkonsum
AUDIT: Auswertung
Screening mit zehn Fragen zu Konsumhäufigkeit, Trinkmenge und alkoholbezogenen Problemen.
10 Fragen · ca. 8 Min. · Überwiegend vergangenes Jahr · Selbstbericht
WHO – frei für nicht-kommerzielle Nutzung (mit Quellenangabe)
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Wie wird AUDIT ausgewertet?
Der vollständige AUDIT umfasst zehn Fragen zu Alkoholkonsum und damit verbundenen Problemen. Er ist von der Kurzfassung AUDIT-C zu unterscheiden.
- Verwende die Punktwerte des Originalbogens: Die ersten acht Fragen haben Werte von 0 bis 4, die letzten beiden 0, 2 oder 4.
- Addiere alle zehn Werte zu einer Summe zwischen 0 und 40. Die Originalfragen beziehen sich überwiegend auf das letzte Jahr; bei den letzten beiden Fragen wird auch zwischen früheren und aktuellen Ereignissen unterschieden.
Was bedeuten die Werte?
Das WHO-Manual nennt 8 als häufig verwendete Screening-Schwelle; abhängig von Alter, Geschlecht und Kontext können andere Grenzen sinnvoll sein. Ein erhöhter AUDIT-Wert allein bestätigt keine Alkoholabhängigkeit. Die drei Fragen des AUDIT-C haben eigene Auswertungsregeln und dürfen nicht an der Skala des vollständigen AUDIT gemessen werden.
Rechenbeispiel mit fiktiven Werten
Fiktive Werte von 2, 1, 1, 0, 0, 0, 0, 0, 2 und 2 ergeben 8 Punkte. Die letzten beiden Antworten zählen hier jeweils 2, nicht automatisch 1 als einfache Ja-Antwort.
Wie gehst du mit fehlenden Antworten um?
Prüfe die Vollständigkeit aller zehn Fragen. Fehlende Angaben nicht als fehlenden Konsum oder fehlende Probleme werten. Ein gekürzter Bogen ist keine vollständige AUDIT-Auswertung.
Wissenschaftliche Grundlage
Der AUDIT wurde in einem WHO-Projekt in sechs Ländern als Screening für riskanten und schädlichen Alkoholkonsum entwickelt. Saunders et al. (1993) untersuchten 1.888 Personen aus Einrichtungen der Primärversorgung. Die zehn Fragen wurden aus einem umfangreicheren Fragenpool ausgewählt und anhand klinischer Kriterien geprüft. Die Originalstudie ist keine Normierung speziell für die deutsche Psychotherapiepraxis. Die WHO veröffentlicht eine Anleitung zur Anwendung des Verfahrens. (Saunders et al. (1993), Addiction; WHO: AUDIT, 2. Auflage (2001))
Die Fragen betrachten Häufigkeit und Menge des Alkoholkonsums sowie mögliche alkoholbezogene Probleme. Ein auffälliges Screening bietet einen Anlass, diese Angaben im Gespräch aufzugreifen und genauer abzuklären. Trinkmengen, Grenzwerte und Zielgruppe sind dabei im klinischen Zusammenhang einzuordnen. Für wiederholte Erhebungen bleiben Fassung, Bezugszeitraum und Bedingungen vergleichbar; ein Zahlenunterschied allein belegt noch keine klinisch bedeutsame Veränderung.
Quellen und Nutzungsrechte
Für die Nutzung gilt: WHO – frei für nicht-kommerzielle Nutzung (mit Quellenangabe).
AUDIT in Lina
In Lina kannst du den Fragebogen ansehen, Antworten erfassen und die hinterlegten Auswertungen für deine fachliche Prüfung nutzen. Die Einordnung erfolgt im Gespräch und im klinischen Zusammenhang.
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