Generalisierte Angstsymptome
GAD-7: Auswertung
Alternative zu BAI
Sieben Fragen zu Angstsymptomen in den letzten zwei Wochen, Schwerpunkt generalisierte Angst.
7 Skalenfragen + 1 Zusatzfrage · ca. 2 Min. · Vergangene zwei Wochen · Selbstbericht
Frei nutzbar (Pfizer) – keine Genehmigung erforderlich
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Wie wird GAD-7 ausgewertet?
Der GAD-7 summiert sieben Symptomangaben der letzten zwei Wochen zu einem Wert von 0 bis 21.
- Addiere die sieben Antworten mit jeweils 0 bis 3 Punkten.
- Die Zusatzfrage zur Beeinträchtigung wird getrennt betrachtet und nicht als achtes Item addiert.
Was bedeuten die Werte?
Die Grenzen 5, 10 und 15 markieren im Originalmanual leichte, mittelgradige und schwere Angstsymptomlast. Ab 10 Punkten ist das Screening für eine mögliche Angststörung auffällig. Der GAD-7 ersetzt keine diagnostische Untersuchung und unterscheidet nicht allein zwischen verschiedenen Angststörungen.
Rechenbeispiel mit fiktiven Werten
Bei den fiktiven Antworten 2, 1, 1, 2, 1, 1 und 2 beträgt die Summe 10. Eine gleichzeitig angegebene starke Alltagsbeeinträchtigung verändert diesen Summenwert nicht, bleibt aber für die fachliche Einordnung wichtig.
Wie gehst du mit fehlenden Antworten um?
Für eine vollständige Summe brauchst du alle sieben Symptomantworten. Fehlende Angaben nicht durch 0 ersetzen. Die gesonderte Beeinträchtigungsfrage ersetzt keine fehlende Skalenantwort.
Wissenschaftliche Grundlage
Löwe et al. (2008) prüften die deutsche Fassung des GAD-7 in einer repräsentativen Haushaltsbefragung mit 5.030 Personen. Die Faktorenanalyse bestätigte, dass die Fragen ein gemeinsames Merkmal erfassen; zusätzlich wurde ihre Vergleichbarkeit über Alters- und Geschlechtsgruppen untersucht. Die innere Konsistenz war hoch (α = 0,89). Die Untersuchung liefert damit eine wissenschaftliche Grundlage und deutsche Referenzwerte für die Erfassung generalisierter Angstsymptome. (Löwe et al. (2008))
Als Alternative zum BAI setzt der GAD-7 einen anderen Schwerpunkt: Er fragt vor allem generalisierte Angstsymptome ab, während der BAI körperliche Angstmerkmale stärker gewichtet. Johnson et al. (2019) fanden vor der Behandlung einen Zusammenhang von r = 0,69 zwischen beiden Verfahren. Die norwegische Behandlungsstichprobe umfasste zu Beginn 1.201 Personen; der BAI wurde nur in einem Teil der Einrichtungen erhoben. Das Ergebnis belegt weder identische Grenzwerte noch eine Gleichwertigkeit der deutschen Fassungen. (Johnson et al. (2019), Frontiers in Psychology, Tabelle 2)
Für einen Überblick über Depression und Angst wie bei der HADS-D kann der GAD-7 zusammen mit dem PHQ-9 eingesetzt werden. Inhalte und Grenzwerte der HADS-D werden dabei nicht übertragen. Die getrennte Messung momentaner State-Angst und überdauernder Trait-Angst wie beim STAI deckt der GAD-7 nicht ab: Sein Bezugszeitraum ist ein Rückblick auf die vergangenen zwei Wochen.
Bei wiederholten Erhebungen erleichtern dieselbe Fassung und vergleichbare Bedingungen die Betrachtung des Verlaufs. Veränderungen der Zahlen werden im klinischen Zusammenhang eingeordnet; sie belegen für sich allein keine klinisch bedeutsame Veränderung.
Quellen und Nutzungsrechte
Weitere Unterlagen zum Nachlesen: Original und Verfahrensdokumentation; PHQ/GAD: Originalmanual und Auswertung.
Für die Nutzung gilt: Frei nutzbar (Pfizer) – keine Genehmigung erforderlich.
GAD-7 in Lina
In Lina kannst du den Fragebogen ansehen, Antworten erfassen und die hinterlegten Auswertungen für deine fachliche Prüfung nutzen. Die Einordnung erfolgt im Gespräch und im klinischen Zusammenhang.
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