Mehrere Symptombereiche

ISR: Auswertung

Alternative zu SCL-90-R

29 Fragen zu depressiven, Angst-, Zwangs-, somatischen und Essstörungssymptomen sowie weiteren Belastungen.

29 Fragen · ca. 7 Min. · Vergangene zwei Wochen · Selbstbericht

Erwachsene

© IQP – kostenlos nutzbar; kommerzielle Nutzung ggf. gebührenpflichtig

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Fiktiver ISR-Profilausschnitt: Depression 1,5, Angst 0,5 und Somatisierung 1,67; jeweils mit den eigenen Intervallen.
Beispielauswertung mit fiktiven Werten

Wie wird ISR ausgewertet?

Das ICD-10-Symptom-Rating (ISR) bildet Mittelwerte auf einer Skala von 0 bis 4. Der Gesamtwert ist ein gewichteter Skalenwert und nicht der einfache Mittelwert aller 29 Antworten.

  1. Bilde nach Itemzuordnung die Mittelwerte für Depression, Angst, Zwang, Somatisierung, Essstörung und Zusatzskala.
  2. Addiere die fünf Symptomskalen und den doppelten Mittelwert der Zusatzskala. Teile diese Summe durch 7.

Grundlage der Auswertung: IQP: Originalunterlagen und Auswertung. Stand: 2026-10-04.

Was bedeuten die Werte?

Die ISR-Unterlagen enthalten unterschiedliche Belastungsgrenzen für die einzelnen Skalen und die Gesamtskala. Eine Grenze der Gesamtskala darf deshalb nicht auf jede Teilskala übertragen werden. Ein niedriger Gesamtwert hebt auffällige Einzelangaben, insbesondere Hinweise zur Sicherheit, nicht auf.

Rechenbeispiel mit fiktiven Werten

Fiktive Mittelwerte: Depression 1,0; Angst 0,5; Zwang 0; Somatisierung 1,0; Essstörung 0,5; Zusatzskala 0,25. Der Gesamtwert ist (1 + 0,5 + 0 + 1 + 0,5 + 2 × 0,25) ÷ 7 = 0,5.

Wie gehst du mit fehlenden Antworten um?

Prüfe fehlende Angaben pro Skala. Eine ausgelassene Antwort ist keine Null. Ob ein Skalenwert noch berechnet werden darf, richtet sich nach der dokumentierten ISR-Regel für fehlende Werte; ohne gültige benötigte Teilwerte ist auch der Gesamtwert nicht vollständig.

Wissenschaftliche Grundlage

Der ISR wurde am Institut für Qualitätsentwicklung in der Psychotherapie und Psychosomatik entwickelt. Tritt et al. (2008) verglichen das Verfahren zunächst bei 108 Patient:innen mit der SCL-90-R und fanden einen deutlichen Zusammenhang der Gesamtwerte (r = 0,78). Eine weitere Untersuchung von Gangl (2011) berichtete einen Zusammenhang von r = 0,833 bei 319 ambulanten psychiatrischen Patient:innen eines Bundeswehrkrankenhauses. Fast 90 Prozent dieser Stichprobe waren männlich; die Ergebnisse sind im Zusammenhang mit dieser besonderen Patientengruppe zu lesen. (Tritt et al. (2008); Gangl (2011), Dissertation, Universität Regensburg)

Wenn du mit SCL-90-R, BSCL oder BSI arbeitest, bietet der ISR mit 29 Fragen einen kürzeren Überblick über mehrere Symptombereiche. Er umfasst depressive, Angst-, Zwangs-, körperliche und Essstörungssymptome sowie weitere Belastungen. Der direkte wissenschaftliche Vergleich betrifft ISR und SCL-90-R. Auswahl und Gewichtung der Bereiche unterscheiden sich von den anderen Verfahren; Teilskalen und Gesamtwerte werden nicht ineinander umgerechnet.

Für die Betrachtung eines Verlaufs verwendest du dieselbe Fassung unter vergleichbaren Bedingungen. So bleiben die einzelnen Symptombereiche über die Erhebungen hinweg nachvollziehbar. Ein veränderter Zahlenwert allein belegt noch keine klinisch bedeutsame Veränderung.

Quellen und Nutzungsrechte

Weitere Unterlagen zum Nachlesen: Original und Verfahrensdokumentation; IQP: Originalunterlagen und Auswertung.

Für die Nutzung gilt: © IQP – kostenlos nutzbar; kommerzielle Nutzung ggf. gebührenpflichtig.

Quellenangabe: Tritt et al. (2008).

ISR in Lina

In Lina kannst du den Fragebogen ansehen, Antworten erfassen und die hinterlegten Auswertungen für deine fachliche Prüfung nutzen. Die Einordnung erfolgt im Gespräch und im klinischen Zusammenhang.

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