Essverhalten

SCOFF: Auswertung

Alternative zu EDI-2 und FEV für das Screening

Screening mit fünf Fragen zu möglichen Essstörungssymptomen.

5 Fragen · ca. 1 Min. · Je Frage; Gewichtsverlust: letzte drei Monate · Selbstbericht

ab ca. 11 Jahren

Frei verfügbar (Items vollständig publiziert, keine Nutzungsauflagen der Autoren bekannt)

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Fiktives SCOFF-Screening: drei von fünf Antworten bejaht, Screening-Grenze erreicht.
Beispielauswertung mit fiktiven Werten

Wie wird SCOFF ausgewertet?

Der SCOFF ist ein kurzes Screening mit fünf Ja-Nein-Fragen zu möglichen Essstörungssymptomen.

  1. Jede Ja-Antwort erhält einen Punkt, jede Nein-Antwort null Punkte.
  2. Addiere die fünf Antworten zu einem Wert von 0 bis 5.

Grundlage der Auswertung: Hölling und Schlack (2007): SCOFF im KiGGS, Robert Koch-Institut. Stand: 2026-10-04.

Was bedeuten die Werte?

Zwei oder mehr Ja-Antworten gelten im Original als positives Screening und geben Anlass zur fachlichen Abklärung. Der SCOFF unterscheidet nicht zuverlässig zwischen einzelnen Essstörungsdiagnosen. Weniger als zwei Punkte schließen eine Essstörung oder andere klinisch relevante Beschwerden nicht aus.

Rechenbeispiel mit fiktiven Werten

Die fiktive Antwortfolge Ja, Nein, Ja, Nein, Nein ergibt 2 Punkte. Das Ergebnis ist ein Screening-Hinweis; es bestätigt weder eine bestimmte Essstörung noch ihren Schweregrad.

Wie gehst du mit fehlenden Antworten um?

Bei einer fehlenden Antwort ist die Erhebung unvollständig. Fehlend nicht als Nein behandeln. Bereits berichtete Beschwerden werden unabhängig von einer vollständigen Summe fachlich berücksichtigt.

Wissenschaftliche Grundlage

Morgan, Reid und Lacey (1999) prüften den SCOFF als kurzes Essstörungsscreening an 116 Frauen mit Anorexie oder Bulimie und 96 Kontrollen. Diese spezialisierte Originalstichprobe liefert eine wissenschaftliche Grundlage für das Screening, ist aber keine allgemeine deutsche Normstichprobe. (Morgan, Reid & Lacey (1999), BMJ)

In Deutschland wurde der SCOFF auch im Kinder- und Jugendgesundheitssurvey KiGGS des Robert Koch-Instituts eingesetzt. Hölling und Schlack (2007) berichteten über 6.634 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren. Untersucht wurden Screening-Auffälligkeiten und weitere Gesundheitsmerkmale; daraus folgen keine klinisch bestätigten Diagnosen und keine Normwerte für Erwachsene. (Hölling und Schlack (2007), KiGGS / Robert Koch-Institut)

Wenn du EDI-2 oder FEV kennst, bietet der SCOFF mit fünf Fragen einen deutlich kürzeren Einstieg in die Abklärung. Ein auffälliges Ergebnis kann im Gespräch aufgegriffen und genauer untersucht werden. Der Fragebogen misst weder den Schweregrad noch ein differenziertes Essverhaltensprofil und ersetzt damit weder EDI-2, FEV noch EDE-Q. Auch für einen differenzierten Verlauf einer Essstörung reicht dieses kurze Screening nicht aus.

Quellen und Nutzungsrechte

Für die Nutzung gilt: Frei verfügbar (Items vollständig publiziert, keine Nutzungsauflagen der Autoren bekannt).

Quellenangabe: Morgan, Reid & Lacey (1999); dt. Hölling & Schlack (2007), Robert Koch-Institut.

SCOFF in Lina

In Lina kannst du den Fragebogen ansehen, Antworten erfassen und die hinterlegten Auswertungen für deine fachliche Prüfung nutzen. Die Einordnung erfolgt im Gespräch und im klinischen Zusammenhang.

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