Trauma & Belastung

ITQ: Auswertung

Alternative zu PDS und IES-R für die Erfassung nach ICD-11

Selbstbericht zu PTBS und komplexer PTBS nach ICD-11 einschließlich Beeinträchtigung.

18 Skalenfragen + 1 Ereignisangabe · ca. 5 Min. · PTBS: vergangener Monat; Selbstorganisation: typisch erlebte Muster · Selbstbericht

Erwachsene

Public Domain (frei nutzbar)

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Fiktiver ITQ-Ausschnitt: PTBS-Symptomwert 12 und DSO-Symptomwert 10, jeweils von 0 bis 24; kein gemeinsamer Gesamtwert.
Beispielauswertung mit fiktiven Werten

Wie wird ITQ ausgewertet?

Der ITQ erfasst PTBS und Störungen der Selbstorganisation (DSO) im ICD-11-Modell. Symptomwerte und Beeinträchtigung werden getrennt betrachtet.

  1. Die sechs PTBS-Symptomangaben und die sechs DSO-Symptomangaben werden jeweils mit 0 bis 4 bewertet. Die beiden Summen reichen jeweils von 0 bis 24.
  2. Für die Kriterienprüfung zählt ein Item ab 2. Erforderlich ist mindestens ein solches Item in jedem zugehörigen Symptomcluster und mindestens eine entsprechende Beeinträchtigung im jeweiligen Bereich.

Grundlage der Auswertung: Christen et al.: deutsche ITQ-Fassung und ICD-11-Kriterien. Stand: 2026-10-04.

Was bedeuten die Werte?

Für komplexe PTBS müssen sowohl die PTBS- als auch die DSO-Bedingungen einschließlich Beeinträchtigung erfüllt sein. Eine einzelne hohe Summe genügt dafür nicht. PTBS und komplexe PTBS werden nach dem ITQ-Algorithmus nicht gleichzeitig als zwei Diagnosen vergeben. Die abschließende diagnostische Einordnung bleibt fachlich.

Rechenbeispiel mit fiktiven Werten

Fiktive PTBS-Antworten 2, 0, 2, 0, 2 und 0 ergeben 6 Punkte und erfüllen jeweils ein Symptom in den drei PTBS-Clustern. Ohne die zusätzlich erforderliche Beeinträchtigung ist die PTBS-Bedingung trotzdem nicht vollständig erfüllt.

Wie gehst du mit fehlenden Antworten um?

Fehlende Antworten zu Symptomen oder Beeinträchtigung können die Kriterienprüfung offenlassen. Sie sind keine Null und kein negatives Kriterium. Dokumentiere, welche Angaben zur vollständigen Prüfung fehlen.

Wissenschaftliche Grundlage

Christen et al. (2021) prüften die deutsche ITQ-Fassung an 500 Erwachsenen mit Traumaerfahrung aus der deutschen Allgemeinbevölkerung. Mit einem Item-Response-Modell und einer Faktorenanalyse untersuchten sie, wie die einzelnen Fragen messen und wie sie sich zu Bereichen zusammenfügen. Die Untersuchung bestätigte die Mess- und Faktorenstruktur; bei einem Item zur Beruhigung nach Belastung zeigte sich jedoch eine geringe Trennschärfe. (Christen et al. (2021))

Als Alternative zu PDS oder IES-R bietet der ITQ eine Erfassung von PTBS und komplexer PTBS nach ICD-11. Er berücksichtigt neben den Symptomen auch Beeinträchtigungen und die Bereiche der Selbstorganisation. Damit unterscheidet er sich von der PCL-5, die PTBS-Symptome nach DSM-5 erfasst. Die Verfahren prüfen unterschiedliche diagnostische Modelle; Kriterien und Grenzwerte werden nicht übertragen. Die diagnostische Einordnung erfolgt im klinischen Zusammenhang.

Bei wiederholten Erhebungen bleiben Fassung, Bezugszeiträume und Bedingungen vergleichbar. Die getrennte Betrachtung der Bereiche kann Veränderungen sichtbar machen; ein Zahlenunterschied allein belegt noch keine klinisch bedeutsame Veränderung.

Quellen und Nutzungsrechte

Weitere Unterlagen zum Nachlesen: Original und Verfahrensdokumentation.

Für die Nutzung gilt: Public Domain (frei nutzbar).

Quellenangabe: Cloitre et al. (2018); dt. Lueger-Schuster, Knefel & Maercker (2015/2018/2021).

ITQ in Lina

In Lina kannst du den Fragebogen ansehen, Antworten erfassen und die hinterlegten Auswertungen für deine fachliche Prüfung nutzen. Die Einordnung erfolgt im Gespräch und im klinischen Zusammenhang.

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