Wohlbefinden
WHO-5: Auswertung
Wohlbefinden ergänzend zum BDI-II
Fünf positiv formulierte Aussagen zum psychischen Wohlbefinden in den letzten zwei Wochen.
5 Fragen · ca. 2 Min. · Vergangene zwei Wochen · Selbstbericht
© WHO / Psychiatric Research Unit — frei nutzbar in Forschung und klinischer Praxis (unverändert, mit Copyright-Nennung)
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Wie wird WHO-5 ausgewertet?
Der WHO-5 erfasst Wohlbefinden. Anders als bei vielen Symptomskalen stehen höhere Werte für mehr Wohlbefinden.
- Addiere die fünf Antworten mit jeweils 0 bis 5 Punkten: Der Rohwert reicht von 0 bis 25.
- Für die Darstellung auf einer Skala von 0 bis 100 multiplizierst du den Rohwert mit 4. Benenne immer, welche Darstellung du verwendest.
Was bedeuten die Werte?
Die WHO nennt einen Prozentwert unter 50 als Hinweis auf geringes Wohlbefinden und möglichen weiteren Abklärungsbedarf. Das entspricht bei ganzzahligen Rohwerten weniger als 13 Punkten. Der WHO-5 stellt keine Depressionsdiagnose. Im Verlauf darf ein Rohwert nicht direkt mit einem Prozentwert verglichen werden.
Rechenbeispiel mit fiktiven Werten
Die fiktiven Antworten 2, 3, 2, 2 und 3 ergeben 12 Rohpunkte. 12 × 4 = 48 auf der 0–100-Skala. Beides beschreibt dasselbe Ergebnis, nicht zwei verschiedene Messungen.
Wie gehst du mit fehlenden Antworten um?
Eine fehlende Antwort lässt sich nicht als fehlendes Wohlbefinden werten. Ohne alle fünf Antworten ist die hier beschriebene vollständige Berechnung nicht möglich; Lücken werden kenntlich gemacht.
Wissenschaftliche Grundlage
Der WHO-5 bringt eine positive Perspektive in die Erhebung: Neben der Symptombelastung wird sichtbar, wie die Person ihr Wohlbefinden in den vergangenen zwei Wochen erlebt hat. Eine systematische Übersicht von Topp et al. (2015) schloss 213 Fachartikel ein und untersuchte die Aussagekraft für Wohlbefinden, Depressionsscreening und Veränderungen im Behandlungsverlauf. Sie fasst unterschiedliche Populationen und Anwendungen zusammen und ist keine einzelne deutsche Normstudie. Die WHO stellt die deutsche Fassung mit einer Anleitung bereit. (Topp et al. (2015), Psychotherapy and Psychosomatics; WHO (2024))
Wenn du den BDI-II oder PHQ-9 verwendest, ergänzt der WHO-5 die Erfassung depressiver Symptome um das Wohlbefinden. Er misst damit ein anderes Merkmal als die depressive Symptomschwere. Die Ergebnisse können das Gespräch und wiederholte Erhebungen bereichern, werden aber nicht in BDI-II- oder PHQ-9-Werte umgerechnet. Für einen Verlauf bleiben Fassung, Bezugszeitraum und Erhebungsbedingungen vergleichbar; ein veränderter Wert allein belegt noch keine klinisch bedeutsame Veränderung.
Quellen und Nutzungsrechte
Weitere Unterlagen zum Nachlesen: Original und Verfahrensdokumentation.
Für die Nutzung gilt: © WHO / Psychiatric Research Unit — frei nutzbar in Forschung und klinischer Praxis (unverändert, mit Copyright-Nennung).
WHO-5 in Lina
In Lina kannst du den Fragebogen ansehen, Antworten erfassen und die hinterlegten Auswertungen für deine fachliche Prüfung nutzen. Die Einordnung erfolgt im Gespräch und im klinischen Zusammenhang.
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